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Mittwoch, 07. Januar 2009

Rome (TV)

von Markus, am 31. Dezember 2006 um 19:35 Uhr

rome.jpgSie gilt als beste (und teuerste) Serie, die jemals für das Fernsehen gedreht wurde. Was auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Porno, Massaker und heidnischen Ritualen aussieht, entpuppt sich sehr schnell als feinsinniges politisches Intrigenspiel. Jeder erhält seine Chance, jeder hat seine Rolle zu erfüllen und irgendwie kennt man ja die zugrunde liegende Geschichte bereits.

Und doch ist Rome so viel mehr. In jedem der 12 Teile treffen hervorragende Schauspieler auf eine ausgezeichnete Inszenierung und spannende Drehbücher. Den Höhepunkt der Serie bildet Folge 11 (Die Beute - The Spoils), die durch geschickt eingesetzte Tricktechnik und die gezeigte schauspielerische Leistung sogar große Kinofilme in den Schatten stellt. Wer sich diesen Genuss im Original anschauen möchte, kann sich auf ein klares “British English” freuen. Wer allerdings sämtliche politischen Feinheiten erleben und verstehen möchte, ist wohl oder übel auf die deutsche Übersetzung angewiesen.

Rome ist eine klare Empfehlung und für mich bereits Kult. Weitere Informationen bietet die offizielle Homepage zur Serie. Diese kündigt übrigens eine Fortsetzung an, die am 14. Januar auf HBO folgen soll. Ich bin gespannt.

Eragon

von Markus, am 17. Dezember 2006 um 21:08 Uhr

eragon.jpgBei der nächtlichen Jagd im Wald findet Eragon (Edward Speleers) ein Ei, aus dem der Drache Saphira schlüpft. Damit wird der Bauernjunge zum Drachenreiter. Zusammen mit dem Dorfbewohner Brom (Jeremy Irons) macht er sich auf, die halbtote Elfe Arya (Sienna Guillory) aus den Fängen des bösen Königs Galbatorix (John Malkovich) zu befreien. Der jedoch schickt seine Truppen und den Schatten Durza (Robert Carlyle) aus, um den Drachenreiter und seine Freunde zu beseitigen.

Als sie erfuhren, dass Eragon der nächste Drachenreiter ist, waren sich sowohl die Guten als auch die Bösen in ihrem Urteil einig: “Das ist alles? Da fehlt doch was!” Sie hatten eben mehr erwartet - genau wie die Zuschauer auch. Die Handlung des Films ist zu dünn, die Herkunft von Eragon bleibt im dunkeln, der Drache ist zu plüschig, Meister Brom nicht meisterlich genug, die halbtote Elfe eigentlich nur eine Last, Schatten Durza wirkt zu blass und der böse König ist nicht wirklich eine Bedrohung - er kommt ja nicht mal aus seinem Palast heraus.

Der Herr der Ringe hat in 10 Minuten mehr Handlung, Leben und Kunst dargestellt als Eragon in seiner gesamten Spielzeit. Wer schon Dungeons & Dragons für schwach hielt, hat Recht - aber Eragon ist noch um vieles schwächer. Hoffentlich bleibt uns nach diesem Flop die geplante Fortsetzung erspart. Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Homepage zum Film.

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Apocalypto

von Markus, am 17. Dezember 2006 um 14:09 Uhr

apocalypto.jpgDer Film zeigt die Geschichte des Maya-Jägers “Pranke des Jaguar” (Rudy Youngblood), der mit seiner Familie in einem Dorf in Mexico lebt. Fremde Krieger, angeführt von “Leitwolf” (Raoul Trujillo), überfallen dieses Dorf. Sie nehmen die Bewohner mit, um sie als Sklaven zu verkaufen oder ihren Göttern zu opfern. Kurz vor seiner Gefangennahme gelingt es Pranke, seine hochschwangere Frau “Seven” (Dalia Hernandez) und seinen kleinen Sohn “Schnelle Schildkröte” (Carlos Emilio Baez) in ein Erdloch in Sicherheit zu bringen. Jedoch beginnt es zu regnen - und so muss er gegen Zeit, Natur und Feinde ankämpfen, um seine Familie zu retten.

Je “höher” eine Gesellschaft entwickelt ist, umso mehr Gewalt, Gnadenlosigkeit und Brutalität bringt sie mit sich. Das friedliche Naturvolk repräsentiert eigentlich den gewünschten Zustand. Doch es ist nicht stark genug, um sich gegen seine Feinde zu wehren. Dazu muss man schon stärker, besser organisiert und effizienter aufgebaut sein, so wie die größere Maya-Stadt. Durch ihre geringere Naturverbundenheit ist sie weiter entwickelt - damit aber auch abergläubischer und brutaler, z.B. in ihren Opferritualen. Und dann steht mit den spanischen Erobereren auch noch eine Hochkultur vor der Tür, die schließlich die Ausrottung der Mayas verursachen wird.

Der Film demonstriert das immer noch aktuelle Wettrüsten der Gesellschaften, um die anderen von der eigenen Lebensweise überzeugen zu können - zur Not mit Gewalt. Die weitgehend unbekannten Darsteller haben ihre wilden/rohen Rollen glaubwürdig gespielt, die Kulisse in Mexico war atemberaubend. Weitere Informationen kann man auf der offiziellen Seite zum Film finden.

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Elephant

von Markus, am 16. Dezember 2006 um 13:21 Uhr

elephant.jpgDer Film zeigt einen Morgen aus dem Leben verschiedener Schüler an einer amerikanischen High School. Elias (Elias McConnell) schießt einige Fotos im Park, John (John Robinson) muss sich um seinen alkoholisierten Vater kümmern, Nathan (Nathan Tyson) geht mit seiner Freundin Carrie (Carrie Finklea) zum Mittagessen, Brittany (Brittany Mountain), Jordan (Jordan Taylor) und Nicole (Nicole George) lassen ihr Essen lieber auf der Toilette und Alex (Alex Frost) sowie Eric (Eric Deulen) richten wahllos Schüler und Lehrer mit Feuerwaffen hin.

Am 20.04.1999 fand an der Columbine High School in Jefferson County ein Schulmassaker statt, bei dem zwei Schüler zwölf Mitschüler, einen Lehrer und anschließend sich selbst erschossen haben. Auf der Suche nach den Ursachen findet der Film Ohnmacht und Belanglosigkeit. Zwar werden die “üblichen Verdächtigen”, d.h. Killerspiele, Faschismus, Rache für Demütigungen usw. kurz angesprochen, können aber als unbedeutend entlarvt werden. Am Ende geht es im Film eben nur um kurzen Spaß (”have fun”), bei dem Schüler, Lehrer und Mittäter ihr sonst ohnehin “belangloses” Leben verlieren.

Gefühllosigkeit ist angesagt, in Schule, Beruf und Freizeit. Zeigt man Gefühle, verliert man schnell seine Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit - oder man gilt als “zu emotional” oder “sich nicht altersgemäß verhaltend”. In gleicher Weise wie der Film die Abläufe des Morgens aus verschiedenen Perspektiven zeigt, versucht er sich an verschiedenen Erklärungsansätzen. Jeder hätte irgendeinen Grund, z.B. wegen persönlicher Probleme oder aufkochender Emotionen, Amok zu laufen. Doch schließlich können es nur genau die machen, die eben garkeine Gefühle haben. Der Film ist nicht zu lang, aber sehr sehenswert. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Seite zum Film zu finden.

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Dissertation abgegeben

von Markus, am 15. Dezember 2006 um 18:48 Uhr

diss.jpgAm 14.12. war es soweit, meine Dissertation war fertig geschrieben, gedruckt und gebunden. Ich konnte sie also (passend zur folgenden Sitzung des Promotionsausschusses) - wie auf der Abb. links zu erkennen - bei der zuständigen Stelle abgeben.

Unter dem Titel Electronic Commerce im Technology Enhanced Learning beschreibt meine Arbeit ein Referenzkonzept zur Integration von Konzepten und Technologien des elektronischen Handels in Softwaresysteme des TEL. Auf Grundlage der kostenpflichtigen Gestaltung digitaler Dienstleistungen ermöglicht dieses Konzept über den “klassischen” Verkauf elektronischer Lernmaterialien hinaus eine Umsetzung organisatorischer Vorgaben. Am Beispiel der häufig im TEL eingesetzten LMS Stud.IP und ILIAS habe ich zudem ein Modellierungs-, Simulations- und Testsystem erstellt, das eine Erprobung dieser Vorgaben gestattet.

Departed - Unter Feinden

von Markus, am 10. Dezember 2006 um 22:01 Uhr

departed.jpgDie Cops, repräsentiert durch Cpt. Oliver Queenan (Martin Sheen), schleusen den verdeckten Ermittler Billy Costigan (Leonardo DiCaprio) in die Gang des South Bostoner Mafiabosses Frank Costello (Jack Nicholson) ein. Der seinerseits - gar nicht blöd - bringt seinen Protegé Colin Sullivan (Matt Damon) als “Ratte” bei den Cops unter. Während also im Allgemeinen der Kampf “Gut gegen Böse” tobt, müssen die Parteien im Speziellen ihre Verräter enttarnen - was sich als schwierige und tödliche, aber nicht zwingend lösbare Aufgabe herausstellt.

Wer ist gut und wer ist böse? Und können sich zwischen den Guten nicht manchmal auch Böse oder zwischen den Bösen einige Gute verstecken? “Was ist schon der Unterschied, wenn eine geladene Waffe auf Dich gerichtet ist?” (Costello). Letzten Endes geht es also einzig ums Überleben - unter den Guten sowie unter den Bösen. Umso tragischer, dass am Ende niemand mehr da ist, für den es sich zu überleben lohnte.

Der Inhalt wurde im Wesentlichen vom Originalfilm Infernal Affairs übernommen, der besser ausgearbeitet erscheint und mit viel weniger “Kopfblut” auskommt. Neben einem glänzenden Jack Nicholson weist Departed jedoch auch einige Schwächen auf. So gibt es einerseits zeitliche Ungereimtheiten, wenn z.B. ein Bild aus einem Karton geholt wird, noch bevor es eingepackt wurde. Andererseits scheint eine Rolle wie die von Dignam (Mark Wahlberg) nur für Hollywood eingeflochten zu sein, damit - im Gegensatz zum Original - am Ende die Guten gewinnen können. Oder sind sie damit etwa zu den Bösen geworden? Weitere Informationen sind auf der offiziellen Seite zum Film zu finden.

Marie Antoinette

von Markus, am 3. Dezember 2006 um 12:08 Uhr

marieantoinette.jpgDie junge Marie-Antoinette (Kirsten Dunst) wird von ihrer Mutter, der österreichischen Erzherzogin Maria Theresia (Marianne Faithful), mit dem französischen Dauphin Louis XVI (Jason Schwartzman) verheiratet. Dazu wird sie nach Versailles überstellt, wo sie ihr Leben in entzückender Langeweile fristen muss. Es folgen Parties, Bälle und Affären, bis das Volk durch die französische Revolution dieses Spiel beendet.

Der Film spielt mit Freiheit, die eigentlich nicht existiert, und mit Rollen, die wir erfüllen müssen. Kann es etwas Schlimmeres geben, als zu einem langweiligen Leben gezwungen zu sein? Ja, nämlich diese Langeweile freiwillig zu wählen.

Dieser Film ist eines der cineastischen Experimente von Sofia Coppola. Sie bezieht den Zuschauer ein, indem sie ihn an der Langeweile der Protagonistin teilhaben lässt. Das zeigt sich schon zu Beginn, bei der Fahrt von Österreich nach Frankreich, die sich - praktisch ohne weitere Handlung - über einige lange Minuten erstreckt. Wenn im Hintergrund von Aaron Carter “I want candy” ertönt, hilft auch die historisch-verschnörkelte Kulisse nicht mehr. Spätestens dann merkt der Zuschauer, dass er auf den Arm genommen werden soll. Deshalb kommt es nach den nahezu unerträglichen 123min fast einer Erlösung gleich, wenn endlich das erwartete Ende eintritt. Doch auch in diesem Fall bleibt der Film konsequent und handlungsschwach, indem er seinem wütenden Zuschauer diese finale Genugtuung vorenthält. Coppola wollte ausprobieren, was sie ihren Zuschauern zumuten kann - und hat einen langatmigen Flop geschaffen, auf den man gut verzichten kann. Weitere Informationen bietet die offizielle Seite zum Film.

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