von Markus, am 10. November 2008 um 18:00 Uhr
Beim Verhör von Mr. White (Jesper Christensen) kommt James Bond (Daniel Craig) der Organisation “Quantum” auf die Spur, die der Umweltaktivist Dominic Greene (Mathieu Amalric) nutzt, um die politischen Verhältnisse in instabilen Ländern zu ändern und Regierungen zu erpressen. Obwohl von M. (Judi Dench) wegen gewaltsamer Zwischenfälle suspendiert, gelangt Bond mit Hilfe seines Freundes Rene Mathis (Giancarlo Giannini) nach Bolivien, um dort die Einsetzung von General Medrano (Joaquín Cosio) aufzuhalten. Das allerdings gestaltet sich als schwierig, da neben den Amerikanern um CIA-Mann Felix Leiter (Jeffrey Wright) auch die britische Regierung beteiligt zu sein scheint. Zudem hat Bondgirl Camille (Olga Kurylenko) eine ganz andere Rechnung mit dem General zu begleichen.
Der Film thematisiert die wachsende Komplexität internationaler Verstrickungen, die im Rahmen einer zunehmenden Globalisierung unvermeidbar sind. Weil jeder Konflikt i.d.R. ganz unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Nationen hat, sollte er nicht nur isoliert, sondern immer im internationalen Zusammenhang betrachtet werden. Hier gibt der Film zu bedenken, dass sich Regierungen auch deshalb an unangenehmen Konflikten beteiligen, um auf diese Weise größeren Einfluss zu gewinnen und dadurch die Richtung gemeinsamer Anstrengungen beeinflussen zu können. Eher indirekt kritisiert der Film einen schleichenden Qualitätsverlust durch zunehmende Kreativitätsmüdigkeit und Kopierbereitschaft der Gesellschaft, indem er sich bei Schlüsselszenen seiner Vorgängerfilme bedient und diese - offensichtlich unüberlegt - in die weitere Handlung einbaut.
Ein Quantum Trost ist actionreiches Agentenkino ohne tiefe Handlung, dem jedoch typische Bond-Elemente wie trockener britischer Humor oder technische Spielereien fehlen. Einer Vielzahl deutlich zu schneller Schnittfolgen wirken hektisch und sorgen für seekranke Zuschauer, anstatt (wie wohl geplant) die filmische Action zu verstärken. Obwohl es deutliche Anlehnungen an frühere Bond-Filme gibt - z.B. wurde ein Opfer komplett mit Öl überzogen - fühlt sich der Zuschauer zurecht auf den Arm genommen, da diese weder der Kauzigkeit oder Gedankenwelt des Gegenspielers entsprechen, noch an logischer Stelle in den Ablauf eingearbeitet sind. Einziges Highlight des Films scheint der Titelsong Another Way To Die von Alicia Keys und Jack White zu sein, der weniger durch künstlerische Größe auffällt, dafür aber den musikalischen Zeitgeist angemessen wiederspiegelt. Weitere Informationen bietet die offizielle Seite zum Film.
von Markus, am 28. Oktober 2008 um 22:34 Uhr
Schon früh erzählte Trevor Bruttenholm (John Hurt) dem kleinen Hellboy (Ron Perlman) die Geschichte vom Krieg zwischen Menschen und Elfen, vom Bau der übermächtigen goldenen Armee und von der dreigeteilten Krone. Weil er das Elfenkönigreich vor dem Untergang bewahren will, versucht Prinz Nuada (Luke Goss) die Teile der Krone zu erlangen und so die Macht der goldenen Armee heraufzubeschwören. Können Hellboy und seine Kollegen Liz Sherman (Selma Blair) und Abe Sapien (Doug Jones) den Prinzen aufhalten, wo doch gerade Tom Manning (Jeffrey Tambor), der alte Chef der Spezialeinheit, durch den nebulösen Johann Krauss (James Dodd) ersetzt wurde? Und wie kann Nuala (Anna Walton), die Zwillingsschwester des Prinzen, dabei helfen?
Der Film thematisiert das Wesen des Alltags und nennt verschiedene Strategien, um aus einer sich einschleichenden Monotonie auszubrechen - sei es durch persönliche Weiterentwicklung (Hellboy), aktiven Einfluss auf die Umgebung (Nuada), Veränderung vertrauter Strukturen (Manning), eine weitere Ebene in der Beziehung (Liz/Hellboy), ein völlig neues Umfeld (Krauss) oder eine neue Liebe (Abe/Nuala). Auf einer übergeordneten Ebene bezieht der Film sich selbst ein, da er ebenso eine Möglichkeit ist, dem Alltag zu entfliehen. Darüber hinaus geht er auf das Verhältnis des Einzelnen gegenüber dem Gemeinwesen ein und fragt, wann man an sich und wann man an andere denken sollte. Hier spricht er den Konflikt an, sich entweder für den eigenen Vorteil oder das Gemeinwesen zu entscheiden. Hollywood antwortet mit der Einsicht, dass auch altruistische Entscheidungen persönliche Vorteile mit sich bringen können.
Hellboy - Die goldene Armee ist bildgewaltiges Fantasiekino, das diverse Konflikbereiche andeutet, dafür aber kaum Handlung bietet. Der Zuschauer erlebt handwerklich solide Spezialeffekte, die in ihrer Bildsprache an Pans Labyrinth erinnern - zudem tritt eine Vielzahl neuer Fantasiekreaturen auf. Verglichen mit dem ersten Teil ist die aktuelle Geschichte schwächer - verglichen mit Comicverfilmungen wie X-Men, bei denen die Effektwirkung wesentlich von der Glaubwürdigkeit der Charaktere abhängt, ist die darstellerische Leistung hier eher zu vernachlässigen. Insgesamt erinnert der Film an ein Bilderbuch - er ist schrill und bunt, man kann seine Bilder in ein Museum hängen - doch eine zugehörige Geschichte muss sich der Zuschauer selbst überlegen. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Seite zum Film zu finden.
von Markus, am 1. Oktober 2008 um 18:07 Uhr
Es ist die Zeit von Vietnamkrieg und aufkeimender Profitgier, in der weder Demonstrationen noch die außerparlamentarische Opposition Wirkung zeigen. Aufgrund der Befürchtung, erneut dem Faschismus zu verfallen, sehen Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) einzig in “Gewalt gegen Sachen” eine wirkungsvolle Möglichkeit für politischen Protest - und legen Brandbomben in deutsche Kaufhäuser. Die Journalistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) fragt nach den Hintergründen der Taten, lässt sich von dieser Idee überzeugen und schließt sich der Gruppe an. Gemeinsam gründen sie die Rote Armee Fraktion und nehmen - entgegen der ursprünglichen Hauptlinie - auch Unbeteiligte als Opfer in Kauf.
Der Film will keine historisch genaue Dokumentation sein, stellt aber dennoch die Frage nach einem gerechtfertigten Mitteleinsatz. Was passiert, wenn sich ein neuer Faschismus andeutet, den man mit traditionellen Mitteln nicht aufhalten kann? Ist dann jedes Mittel recht, um die Bevölkerung aufzurütteln? Und wo ist die Grenze zu ziehen - bei der Zerstörung von Gegenständen oder gar Schicksalen? Oder bereits beim Ausschalten der Vernunft, die sich durch das Aufgeben der eigenen Kinder und lieb gewonnener Gewohnheiten andeutet? Ist es nicht töricht und aussichtslos, kapitale Verbrechen zu begehen, um damit zu versuchen, eine Institution wie den Staat zu erpressen? Hier antwortet der Film mit der Einsicht, dass Terrorismus am Ende keines seiner Ziele erreicht. Darüber hinaus spricht er Mythos und Legendenbildung im Zusammenhang mit der RAF an, welche die Verselbstständigung von Ideen und Ereignissen über verschiedene, voneinander unabhängige Generationen hinweg erst erlaubt haben. Kritisch deutet der Film an, dass der Staat z.B. durch bessere Aufklärungsarbeit stärker dazu hätte beitragen können, einen derart aufkommenden Terrorismus zu vermeiden.
Der Baader Meinhof Komplex ist überraschend inhaltsloses Vorlagenkino, das sich am gleichnamigen Buch von Stefan Aust orientiert, aber weder Handlung noch Unterhaltung bietet. Obwohl der Ablauf im Wesentlichen an historische Begebenheiten angelehnt ist, fehlen deren künstlerische Aufarbeitung sowie eine Nebenhandlung, um die Tragweite der damit verbundenen Tragödie aufzuzeigen. Johanna Wokalek spielt die überdrehte Überzeugtheit der Ensslin glaubwürdig und mit Vinzenz Kiefer tritt ein Gesicht von internationalem Format auf. Dennoch wirkt der Film insgesamt unausgegoren - zu sehen u.a. am Beispiel Bleibtreu, der das nachgewiesene Baader-Lispeln absichtlich weggelassen hat, um der eigenen Selbstdarstellung nicht im Weg zu stehen. Der Baader Meinhof Komplex repräsentiert damit den gegenwärtigen Zustand des deutschen Films. Er zeigt erste positive Ansätze, wirkt aber - verglichen mit internationalem Kino - weiterhin viel zu unreif. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Filmseite zu finden.
von Markus, am 9. September 2008 um 22:55 Uhr
Bei einer Schießerei im Supermarkt erfährt der schüchterne Verwaltungsfachangestellte Wesley Allan Gibson (James McAvoy) von Fox (Angelina Jolie), dass sein Vater ein gefürchteter Auftragskiller war und von einem Mann namens Cross (Thomas Kretschmann) hinterrücks erschossen wurde. Sie bringt ihn zum Hauptquartier einer Bruderschaft von Killern, deren Chef Sloan (Morgan Freeman) ihn einlädt, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und dessen Tod zu rächen. Wes willigt ein und lässt sich von Fox zu einer Kampfmaschine ausbilden.
Auf der einen Seite thematisiert der Film das Dilemma zwischen Wahrheit, Glaubwürdigkeit und Gutgläubigkeit. Er gibt zu bedenken, dass Menschen gerne als wahr annehmen, was ihnen glaubwürdig erscheint - auch ohne die Motive Dritter kritisch zu hinterfragen. So behalten sie (scheinbar) die Kontrolle, auch wenn sie nur Marionetten in einem größeren Spiel sind. Der Film unterscheidet hier zwischen Wölfen und Schafen - wobei die Wölfe die Schafe kontrollieren. Auf der anderen Seite geht es um Zeichen und deren Interpretation. So nennt der Webstuhl des Schicksals zwar verschiedene Namen - aber nicht, was mit denen geschehen soll. Daher sind die Alternativen am Ende des Films (Auflösung oder Auslöschung) ebenfalls interpretierbar - bleiben aber im Ergebnis gleich, was mögliche Fehlinterpretationen verhindert. Schließlich warnt der Film vor der korrumpierenden Wirkung von Macht und der Versuchung, diese möglichst zum eigenen Vorteil einzusetzen.
Wanted ist unrealistisches Killerkino, bei dem die Kugeln anfangs noch durch spezielle Vorrichtungen um die Ecke schießen, später aber allein durch das Talent eines Schützen im Kreis fliegen. Obwohl mit Freeman, McAvoy und Jolie durchaus Darsteller von Format mitspielen, bleibt ihr Potential durch die dünne Handlung und flache Dialoge ungenutzt. Der Versuch, übersichtliche Situationen durch eine geschüttelte Kamera stressig und unübersichtlich zu gestalten, wirkt unglaubwürdig. Gleiches gilt für die optimale Verteilung der Horden von Explosiv-Ratten. Dennoch bleiben einige Wendungen innerhalb der Handlung unerwartet und erzeugen Spannung - erinnern aber irgendwie an Krieg der Sterne (”Luke…”). Weitere Informationen sind auf der offiziellen Seite zum Film zu finden.
von Markus, am 24. August 2008 um 11:16 Uhr
Nach dem Erscheinen von Batman alias Bruce Wayne (Christian Bale) ist Gotham zwar sicherer geworden, doch mit dem Joker (Heath Ledger) ist gerade ein skuril-genialer Verbrecher aufgetreten. Zudem ist das organisierte Verbrechen nicht zu stoppen. In einer gemeinsamen Aktion versuchen Polizist Gordon (Gary Oldman) und Staatsanwalt Dent (Aaron Eckhart) Mafia-Gelder einzufrieren. Doch aufgrund undichter Stellen kann die Mafia ihr Geld verstecken. Mit neuer Ausrüstung von Lucius Fox (Morgan Freeman) und Unterstützung von Butler Alfred (Michael Caine) gelingt es Batman, den Verantwortlichen zu stellen, was der Mafia einen schweren Schlag versetzt. Da bietet der Joker seine Hilfe bei der Beseitigung von Batman an…
Der Film handelt vom Dilemma der richtigen Entscheidung - und zwar direkt und indirekt. Auf der einen Seite spricht er Schwierigkeiten einer Entscheidung für sich selbst an: Rettet man z.B. eher seine große Liebe oder einen großen Helden? Ist man auch verantwortlich, wenn durch Nichteinmischung Menschen sterben? Der Film geht hier aber noch bis zum Gefangenendilemma weiter und fragt, ob man sich und seine Gruppe retten würde, wenn man dafür eine andere Gruppe opfern müsste. Und würde es die Entscheidung beeinflussen, wenn es sich bei der anderen Gruppe um Verbrecher handelte? Und/oder wenn diese die gleiche Entscheidung zur selben Zeit treffen sollen? Hollywood antwortet übermäßig sozial, lässt allerdings Zweifel daran aufkommen, ob die Realität ebenso rosig aussehen würde. Auf der anderen Seite thematisiert der Film Entscheidungen, die man für andere und zum Wohl der Allgemeinheit treffen muss. Hier deutet er die Illusion von Heldentum an und damit die Idee, dass eine Gesellschaft zum Schutz ihrer Ordnung Helden braucht und evtl. mit der Wahrheit über diese Helden nicht umgehen kann. Darüber hinaus thematisiert der Film die Kraft des Augenblicks - repräsentiert durch den Joker - und stellt diese einer kontrollierenden Ordnung - dargestellt durch Polizei, Mafia und Batman - gegenüber. Er identifiziert den dabei notwendigerweise zugrunde liegenden Plan als Schwäche, weil dieser - einmal durchschaut - eben auch gegen die Ordnung eingesetzt werden kann.
The Dark Knight ist dunkles Fantasiekino, das seine große Spannung u.a. aus dem Interesse der Zuschauer am nächsten Zug des Jokers bezieht. Der Zuschauer identifiziert sich mit dem Joker, weil dieser immer etwas Unerwartetes macht und weil gerade das bei ihm klappt. Pläne können schon durch kleine Fehler scheitern, was dem anarchistischen Moment große Überlegenheit und damit dem Joker seine Genialität verleiht. Heath Ledger ist die perfekte Besetzung für diese Rolle - vergleichbar mit Geoffrey Rush als Captain Barbossa - weil ihm überragende Bildschirmpräsenz und große Glaubwürdigkeit gelingen. Verglichen mit früheren (knallbunten Kinder-) Batman-Filmen ist die Reihe bereits mit Batman Begins - bezogen auf Handlung, Darstellung und Inszenierung - erwachsen geworden. Eine trickreichere Geschichte, skurillere Charaktere und deren darstellerische Leistung lassen The Dark Knight die Qualität seines Vorgängers noch übertreffen. Dennoch gilt auch für diesen Film, dass man ein Schiff, das sich in Sichtweite eines Ufers befindet, auch verlassen kann. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Seite zum Film zu finden.
von Markus, am 18. August 2008 um 10:19 Uhr

Alex O’Connell (Luke Ford), der Sohn der Abenteurer Rick (Brendan Fraser) und Evelyn (Maria Bello), entdeckt bei einer Ausgrabung das Grab von Drachenkaiser Han (Jet Li). Daraufhin gelingt es General Yang (Anthony Wong Chau-Sang), den Kaiser mit Hilfe eines mysteriösen Elixiers wiederzubeleben. Als Mumie versucht der Kaiser nun, die Quelle des ewigen Lebens in Shangri La zu finden, seine Armee zu erwecken und die Herrschaft zu übernehmen. Mit Unterstützung der Hexe Zi Juan (Michelle Yeoh) und ihrer Tochter Lin (Isabella Leong) will Familie O’Connell diesen Plan vereiteln.
Der Film deutet eine korrupte Welt mit einer fehlenden Ordnung an und beschreibt Strategien, um eine mögliche Ordnung herzustellen bzw. eine bestehende Ordnung zu erhalten. So steht auf der einen Seite Kaiser Han, der eine starke Führung repräsentiert und damit einen festen Weg, an dem man sich leicht orientieren kann. Auf der anderen Seite steht Familie O’Connell, deren besonderes Talent gerade darin liegt, sich in einer Unordnung zurechtzufinden - wobei diese durchaus natürlich gewachsenen sein kann. Der Film plädiert dafür, die natürliche Ordnung und damit bekannte Strukturen zu erhalten und diese nicht durch eine unbewährte, experimentelle Ordnung zu ersetzen. Darüber hinaus verweist der Film auf einen Wechsel der Generationen und die damit ohnehin verbundene, kontinuierliche Modernisierung der Welt und ihrer Elemente.
Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers ist albernes Fortsetzungskino, das witzig sein möchte, sich aber in einer an den Haaren herbeigezogenen Handlung verirrt. Wie schon beim Vorgängerteil wirken die Spezialeffekte zu künstlich und bleibt die darstellerische Leistung unbedeutend. Der Zuschauer fühlt sich zurecht auf den Arm genommen, wenn plötzlich Yetis zu Hilfe eilen, die Terracottaarmee aus unterirdischen Rampen in die Wüste einmarschiert oder die Skelettarmee der Untoten ins Kampfgeschehen eingreift. Das macht Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers zum Identifikationsfilm mit dem Streik der Drehbuchautoren - und nach einem originellen ersten und schwächeren zweiten Teil hoffentlich zum Abschluss dieser Trilogie. Weitere Informationen bietet die offizielle Filmseite.
von Markus, am 30. Mai 2008 um 06:56 Uhr

Erst entführen die Russen unter Oberst Irina Spalko (Cate Blanchett) den Archäologen Henry “Indiana” Jones Jr. (Harrison Ford) und seinen Freund Mac (Ray Winstone), damit die eine Kiste innerhalb eines Militärdepots finden, dann verschwinden Indys Kollege Oxley (John Hurt) und seine alte Freundin Marion Ravenwood (Karen Allen) auf der Suche nach einem mysteriösen Kristallschädel im peruanischen Dschungel. Mit Hilfe ihres Sohnes Mutt Williams (Shia LaBeouf) macht sich Indy auf nach Peru, um die verschollenen Freunde - und darüber hinaus vielleicht auch das goldene El Dorado - zu finden.
Der Film versucht durch seine oberflächliche Handlung und fehlende Substanz den Zeitgeist zu erfassen und warnt durch diese Machart vor dem Verlust inhaltlicher Tiefe. Im engen Rahmen seiner Handlung rät er den Zuschauern dazu, das zu tun, was ihnen gefällt - und zwar unabhängig davon, was andere sagen. Er relativiert diesen Rat aber schnell, wenn es sich z.B. um die eigenen Kinder handelt - denen man umfassende Freiheiten hingegen nur ungern zugesteht. Damit spielt der Film - sowohl direkt als auch indirekt - auf die McCarthy-Ära an, in der das Land (Eltern) ebenfalls versuchte, seinen Einwohnern (Kinder) kommunistisches (unvernünftiges) Gedankengut zu verbieten. Weitere Themen wie Gefahren nuklearer Aufrüstung oder die Bedeutung praktischer Erfahrungen werden nur nebenbei angedeutet.
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels ist altersschwaches und klappriges Abenteurerkino ohne Viagra. Der Film kennt keine tiefe Handlung und keine wirkliche Ordnung - die Szenen wirken zusammenhanglos, ihre Abfolge scheint beliebig austauschbar. So könnte z.B. die Flussfahrt auch vor dem Finden des Schädels oder das Versinken im Treibsand auch nach der Begegnung mit Killerameisen stattfinden. Hinzu kommt, dass einzelne Probleme (z.B. in Form von Eingeborenen) so schnell wieder verschwinden wie sie auftreten. Obwohl die ersten Teile von historischen Gegenständen handeln, mangelt es diesem Teil neben Abenteuern und Rätseln vor allem an Glaubwürdigkeit. Der Zuschauer ist zu Recht enttäuscht, da gerade der dritte Teil bewiesen hat, dass eine Fortsetzung besser als das Original sein kann. Die Darsteller sind nicht wirklich sehenswert und die Tempelkammern mit der immer gleichen Studiodekoration ausgestattet. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Homepage zum Film zu finden.