Abbitte

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Abbitte

Die 13-jährige Briony Tallis (Saoirse Ronan) macht verwirrende Entdeckungen. Erst beobachtet sie, wie sich ihre Schwester Cecilia (Keira Knightley) vor dem talentierten Robbie Turner (James McAvoy), dem Sohn ihrer Haushaltshilfe, auszieht - danach liest sie einen erotischen Brief, den dieser geschrieben hat - und schließlich ertappt sie Beide in der Bibliothek. Als dann noch ihre Cousine Lola (Juno Temple) vergewaltigt wird, ist für Briony der Fall klar - Robbie muss der Täter sein. Aufgrund von Brionys Aussage kommt Robbie ins Gefängnis - darf dieses aber vier Jahre später verlassen, weil er sich als Frontsoldat im 2. Weltkrieg verpflichtet. Briony (Romola Garai) ist mittlerweile Krankenschwester und bedauert ihren aus kindlicher Naivität begangenen Fehler. Doch der soll sie noch bis an ihr Lebensende begleiten.

Der Film handelt von kindlicher Naivität, der Augenblicklichkeit von Liebe, einem versagenden Rechtssystem, den Grausamkeiten des zweiten Weltkriegs, einem unverzeihlichen Fehler und dem lebenslangen Streben nach Wiedergutmachung. Obwohl man sagt, dass es besser ist, Fehler früh zu machen - weil dann umso mehr Zeit bleibt, diese zu korrigieren - zeigt der Film auch, dass es Fehler gibt, die unmöglich wiedergutzumachen sind. Was bleibt, ist ein schlechtes Gewissen und die Notwendigkeit, dieses im Laufe seines Lebens zu verarbeiten. Hier deutet der Film an, dass man zwar sein ganzes Leben lang für seine Taten büßen kann. Er warnt aber gleichzeitig davor, sich durch lebenslange Buße um etwas zu betrügen, was man anderen vorher (durch diesen Fehler) zerstört hat - womit man diesen einmal begangenen frühen Fehler später an sich selbst erneut beginge.

Abbitte ist bebildertes Romankino, das gefühlvoll sein will, sich dabei aber im schlechten Gewissen verliert. Weil sich der Zuschauer nicht mit den Darstellern identifizieren kann - sich höchstes in der verlorenen Liebe wiederfindet - bleiben die beabsichtigten Gefühle oberflächlich. Zwar meistern Knightley und McAvoy ihre Rollen souverän, gehen aber in den Massen aus Statisten und Geschehnissen unter. Der apathisch-naive Gesichtsausdruck der Briony setzt sich kontinuierlich über diverse Darstellerinnen fort und versinnbildlicht ihr über Generationen weiter getragenes schlechtes Gewissen. Hier ist der Zuschauer zurecht irritiert, da es natürlich töricht ist, ein schlechtes Gewissen gerade durch Teilnahmslosigkeit auszudrücken. Ein Highlight hingegen ist die Filmmusik, die sich im Wesentlichen aus Klängen der Handlung ergibt, diese musikalisch verarbeitet und damit den Rhythmus des Films vorgibt. Darüber hinaus fängt Abbitte sehr schön die chaotischen Zustände am französischen Strand während des zweiten Weltkriegs ein. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Seite zum Film zu finden.

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