Babel
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Yasujiro ist der Vater (Kôji Yakusho) der taubstummen Chieko (Rinko Kikuchi). Er schenkt dem Marokkaner Hassan (Abdelkader Bara) sein Gewehr. Der verkauft es an Schäfer Abdullah (Mustapha Rachidi). Dessen Söhne Ahmed (Said Tarchani) und Yussef (Boubker Ait El Caid) schießen auf einen Bus und treffen Susan (Cate Blanchett). Ihr Mann Richard (Brad Pitt) versucht sie in ein Krankenhaus zu bringen. Derweil bringt Kindermädchen Amelia (Adriana Barraza) die Kinder der Beiden zur Hochzeit ihres Sohnes nach Mexiko. Und auch auf der Rückfahrt mit Santiago (Gael García Bernal) gibt es Probleme.
Der Film besteht aus vier mehr oder weniger parallel verlaufenden Handlungsabläufen, die erst am Ende miteinander verknüpft sind. Aus der ursprünglichen Babel-Geschichte stammt das "nicht verstehen"-Können, das der Film in zweierlei Beziehung anspricht. Zum einen stellt er rein technische Ursachen vor, nämlich verschiedene und fremde Sprachen im Allgemeinen oder Taubstummheit im Speziellen. Zum anderen spielt er mit Unverständnis im Sinne einer "Unbegreiflichkeit von Handlungen", in die er den Zuschauer einbezieht. Dieser muss sich ununterbrochen fragen, warum jeder einzelne Darsteller immer und immer wieder den falschen Weg wählt. Warum auf einen Bus schießen, warum unbekannte Pillen von fremden Männern nehmen, warum aufs Gaspedal treten oder warum Kinder in der Wüste aussetzen?
Babel ist keine leichte Unterhaltung, sondern anstrengend. Seine Moral ist die Wahl. Denn gibt es verschiedene Alternativen, neigen Menschen dazu, die Falsche auszuwählen. Deshalb ist der Mensch "vernunftbegabt", was nichts anderes bedeutet als "töricht". Höre ich auf meinen Bauch und mache damit instinktiv das Richtige? Oder höre ich lieber auf meinen Verstand - denn zu irgendetwas muss der ja gut sein - und nehme den anderen Weg? Der Film basiert auf dieser menschlichen Schwäche - aber weil er dadurch dem Instinkt keinen Spielraum lässt, wird er berechenbar. Und so musste schiefgehen, was nur schiefgehen konnte. Babel ist wie ein anstrengender Mensch. Er ist ein anstrengender Film, weil er so menschlich ist – aber das macht ihn gerade so authentisch. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Seite zum Film zu finden.

