Der Goldene Kompass

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Der Goldene Kompass

"Staub" ist die Grundlage der Welt von Lyra Belacqua (Dakota Blue Richards), in der die Seelen außerhalb eines Menschen wohnen und diesen in Form eines gegengeschlechtlichen Tierdämons begleiten. Obwohl ein Magisterium das Geschehen kontrolliert, werden täglich Kinder von "Gobblern" entführt. Als eines Tages Lord Asriel (Daniel Craig) - Lyras väterlicher Beschützer - in die Arktis aufbricht, fordert die einflussreiche Marisa Coulter (Nicole Kidman) Lyras Begleitung. Der Rektor (Jack Shepherd) ihres Colleges gibt ihr dazu einen goldenen Kompass mit, der die Wahrheit offenbaren kann. Lyra erfährt, dass ihre Freunde Roger (Ben Walker) und Billy (Charlie Rowe) entführt wurden und erkennt in Mrs. Coulter den Kopf der Gobbler. Sie kann mit den Gyptern nach Norden entkommen und versucht mit Hilfe von Luftschiffer Lee Scoresby (Sam Elliott), Hexe Serafina Pekkala (Eva Green) und Panzerbär Iorek Byrnison ihre Freunde vor der drohenden Interzision zu bewahren.

Der Film behandelt die individuelle Freiheit eines jeden Einzelnen und die törichte Idee, diese manchmal unbequeme Freiheit zu beschneiden. So symbolisieren die Tierdämonen die wilde und ungezügelte Persönlichkeit ihres Alter Egos, während ihr Verlust die Umwandlung angeborener, natürlicher Charakterzüge in eine anerzogene und angeordnete Vernunft darstellt. Eigentlich eine gute Idee, den negativen Einfluss des freien Willens zu beseitigen und damit Aufsässigkeit und Ungehorsam einzuschränken. Aber was auf den ersten Blick plausibel klingt, dient nur dem Ausweichen unbequemer Fragen und damit einem einfacheren Machterhalt. So erinnert der Plan des Magisteriums zwangsläufig an aktuelle Debatten um terroristische Gefahren, die den Staat ebenfalls veranlassen, wertvolle Freiheiten einzuschränken, nur um möglicherweise unverhältnismäßig wenige terroristische Aktionen verhindern zu können. Doch der Preis ist zu hoch - denn eigentlich sollte ein Staat die persönliche Freiheit eines Einzelnen als sein oberstes Gut verteidigen. Stattdessen - und weil er den eigenen Bürgern nicht mehr trauen will - schränkt er sie immer weiter ein. Damit versagt der Staat in seiner Eigentlichkeit - was ihn wiederum überflüssig werden lässt. Denn was im Film wie ein kleiner Schnitt aussieht und den Mächtigen kaum wehtut - schließlich werden auch nicht sie sondern ihre Nachkommen beschnitten - eliminiert die komplette Selbstbestimmung. "Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, dann sind wir alle unwiderruflich gefesselt." (Aaron Satie)

Der Goldene Kompass ist spannungsloses Fühlgutkino, dessen Handlung eine Mischung aus Krieg der Sterne (Staub als Midichlorianer), Herr der Ringe (mit Gefährten und schwieriger Aufgabe) und the Visionaries (Tierkreiszeichen) ist. Zahlreiche handwerklich solide Spezialeffekte visualisieren z.B. staubgetriebene Technik oder kräftige Polarbären und wirken glaubwürdig. Weil die Geschichte aber trotz ausgedehnter Charakterwelt und komplexer Handlung zu glatt erzählt wird und keine Misserfolge kennt, bleibt der Film müde und oberflächlich. Zudem werden Kidman, Craig und Green - durchaus Darsteller von internationalem Format - nur in kurzen und inhaltsleeren Szenen eingesetzt. Damit erfüllt der Film aus künstlerischer Sicht die Erwartungen des Zuschauers nicht. Der Goldene Kompass setzt den ersten Teil von Philip Pullmans Romantrilogie "His Dark Materials" um. Wenn es Regisseur Weitz gelingt, die Handlung stärker in den Vordergrund der folgenden Teile zu rücken und damit mehr Spannung zu erzeugen, ist großartiges Kino zu erwarten. Der eigentliche Höhepunkt des Films folgt übrigens erst im Abspann - nämlich das gefühlvolle Stück "Lyra" von Kate Bush, das die melancholische Grundstimmung wundervoll musikalisch einfängt. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Seite zum Film zu finden.

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