Hannibal Rising
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Gegen Ende des zweiten Weltkriegs sieht der junge Hannibal Lecter (Aaron Thomas), wie seine Eltern an der Ostfront umkommen und hungrige Söldner seine kleine Schwester Mischa (Helena Lia Tachovska) verspeisen. Einige Jahre später flieht der inzwischen herangewachsene Hannibal (Gaspard Ulliel) aus einem sowjetischen Waisenhaus nach Frankreich. In Paris findet er mit seiner Tante Lady Murasaki Shikibu (Li Gong) die letzte noch lebende Verwandte. Mit ihrer Hilfe erinnert er sich an die schrecklichen Erlebnisse aus seiner Kindheit - und startet sowohl ein Medizinstudium als auch einen kulinarischen Rachefeldzug gegen die damaligen Kannibalen.
Hannibal Rising dringt ein in die Biographie des Massenmörders Lecter und sucht nach dem Punkt, an dem ein Mensch zum Monster wird. Dazu zeichnet der Film die emotionale Entwicklung seines Protagonisten nach - angefangen bei einer traumatisierten Kindheit, über den Willen zum Überleben, bis hin zum Wunsch nach Gerechtigkeit. In seinem Fall stammt der Wahnsinn nicht nur aus der steten Steigerung eines unaufhaltsamen Rachebedürfnisses, sondern gleichermaßen von einem verdrängten Ereignis in seiner frühkindlichen Entwicklung. So erfuhr Hannibal am Wendepunkt des Films, dass er als Kind nicht besser war als die von ihm bestraften Täter. Doch da war es für ein Gewissen bereits zu spät - er hatte seine Menschlichkeit schon verloren.
Leider reduziert der Film seine Handlung auf das Leitthema "Rache". Das führt dazu, dass der wichtige kulturelle Bezug, herbeigeführte menschliche Verstrickungen, ein gegeneinander Ausspielen von Charakteren und zeitliche Punktlandungen - die sonst aber gerade die Überlegenheit eines Hannibal Lecter ausmachten - viel zu kurz kommen. Zudem wirkt Hauptdarsteller Ulliel in seiner Rolle sehr getrieben und zu aufgeregt, wodurch ihm die Hannibal-typische Gelassenheit fehlt. Weitere Informationen bietet die offizielle Seite zum Film.

